Aktenserie: Antiqua
Band: 2
Zeitraum: 1650 – 1655
Verfahrensgegenstand / Beschreibung:
...Innerstädtischer Streit um Kontributionen, Einquartierungen und Stadtverfassung. Der Streit Heilbronner Bürger gegen den dortigen Magistrat entzündet...
... sich an der Umlage der Kontributionen und Einquartierungen, gewinnt aber schon bald eine eigene Dynamik, die die städtische Ordnung und die sie prägenden...
... ungehorsamen Protestes gegen die Obrigkeit abgeschafft. Der gleichwohl verschworene Teil der Bürger (im folgenden: Bürgerschaft) erreicht jedoch die Einrichtung...
... ungerecht verteilt. Magistratsmitglieder würden geschont. Das alles sei darauf zurückzuführen, dass „sowohl der khleine als grosse Rath, wie auch das...
... gehandtbabt, und alle Parteyligkheiten bey seiten gesezt und abgestelt werden solte, so muss dise Schötten der so nahen Verwandten, Bluts-, Freundt- und...
... Schwägerschafft notwendig zertrennet und zertrimert werden“ (fol. 190r). In der Folge erarbeitet die Kommission einen Vergleich, der vom Magistrat akzeptiert wird...
..., obwohl er nach Meinung der Kommission viele der insgesamt 387 Gravamina der Bürgerschaft (die den Akten nicht in extenso beiliegen) einbezieht. Die...
... Bürgerschaft verweigert jedoch die Annahme des Vergleichs, da sie ihren Standpunkt in der zentralen Frage der Steuer- und Lastenverteilung wie auch in der Frage...
... der Bezahlung der Kommissionskosten nicht angemessen berücksichtigt findet. Der anschließende Steuerboykott wird vom Rat mit einer Strafe von...
... 5 000 Reichstalern belegt, wogegen die Bürgerschaft beim Reichshofrat appelliert. Der daraufhin vom Rat nach Wien entsandte städtische Syndikus August Friedrich...
... Heuchelin erwirkt durch persönliche Audienz beim Kaiser Mandate, die den Magistrat im Hinblick auf den von der der Bürgerschaft verweigerten Huldigung- und...
... möchte“, wie es in einem Fürbittschreiben anderer Städte für den Rat heißt (fol. 715r). Die schließlich ergehenden Urteile erklären die Klagen der...
... sprechen die von der Bürgerschaft auch persönlich verklagten Bürgermeister von jedweder Schuld frei und künden neue Verordnungen zur Stadtverfassung an, die...
... in der Akte nicht dokumentiert sind (siehe dazu Nr. 81 und 84)....
Entscheidungen:
...: Mitteilung über die Einrichtung der Kommission und Befehl, bis zur Entscheidung von den Bürgern nichts zu fordern, 1650 10 14 (Konz.), fol. 131rv; An die...
... Bürgerschaft: Mitteilung über die Einrichtung der Kommission und Befehl, bis zur Entscheidung des Streits dem Magistrat zu gehorchen, 1650 10 14 (Konz.), fol...
.... 133rv; An die Kommission: 1) sie soll die originalen Steuer- und Rechnungsbücher sowie die Einquartierungsrollen untersuchen, das Ergebnis der...
... Etat bezahlt oder nach Vermögen auf alle Bürger einschließlich der Magistratsmitglieder umgelegt werden; 3) in den anderen von der Bürgerschaft...
... vorgebrachten Klagepunkten soll die Kommission nach Recht und Billigkeit entscheiden; die städtischen Privilegien sollen, bevor sie der Bürgerschaft gezeigt...
..., 1652 01 15 (Konz.), fol. 240rv; Befehl an die Kommission, den Magistrat gegen Bürger, die sich der Ableistung des Huldigungs- und Steuereids widersetzen, zu...
... bis zur Entscheidung des Prozesses nichts von ihnen zu fordern, 1652 06 06 (Konz.), fol. 733r–734r; Urteil in der Sache Bürgerschaft contra...
... Bürgermeister Trapp: Letzterer ist von der Anklage, 800 Gulden veruntreut zu haben, freigesprochen, 1654 03 30 (Konz.), fol. 851r–852r; Urteil in der Sache...
... Bürgerschaft contra Bürgermeister Jesslin: Letzterer ist von der Anklage auf Veruntreuung und Bigamie freigesprochen, 1654 03 30 (Konz.), fol. 852rv; Dekret im...
... Streit Bürger gegen Magistrat: die Klagen der Bürger sind unzulässig (beruhen auf Neid, Hass und Rachgier), der Streit soll ein für allemal beigelegt sein...
... neue Stadtordnung tritt in Kraft, Zusammenrottungen sind auf immer verboten, mit Blick auf die Kommissionkosten bleibt es bei der Entscheidung von...
Darin:
... (Innenseiten des Titelblatts der Akte); Erklärung der verschworenen Bürgerschaft mit 140 eigenhändigen Unterschriften, 1650 08 16 (Ausf.), fol. 77r–80v...
... (Vergleichs) zwischen den Parteien, fol. 350r–363v; Aufstellungen über Minderzahlungen der Magistratsmitglieder zu Kontributionen, aus Rechnungen von...
... 1637 – 1651, fol. 258r–260r; ferner fol. 643r–697v; Liste der drei Ratskollegien (großer Rat, kleiner Rat, Gericht) 1652 und dezidierte Verwandtschaftsbiogramme der...
....: 1543 02 04, fol. 429r–432v; Maximilian II.: 1566 05 21, fol. 433r–440v (Stadtordnung); ferner: Vereinbarung mit der Stadt Nürnberg über Zollfreiheit, 1322 12 20 und...
... 1620 07 27, fol. 441r–442v; Auszug aus einer Urkunde Karls IV. über die Abschaffung der Zünfte, 1372 12 25 (Abschr.), fol. 365r; Mandat sine clausula an die Stadt...
... hinaus belastet werden soll, 1640 03 06 (Abschr.), fol. 1052r; Fürbittschreiben der ausschreibenden Städte Straßburg, Nürnberg, Frankfurt am Main und Ulm...
... für den Magistrat, 1652 03 19 (Ausf.), fol. 715r–721v; desgl. von den „zur gegenwerttigen Reichsversamblung“ Depurtierten der Reichsstädte, präsentiert...
... 1654 03 26 (Ausf.), fol. 849r–850v, ferner fol. 1106r–1109v. „Kurtzer Extract der Injurien“, die der Heilbronner Syndikus Heuchelin am Wiener Hof gegen die...